Internet vs. Privacy

Der Anreiz für uns, die STANDARD-Debatte zu den komplexen Themen: „Internet und Privatsphäre“ zu besuchen, ist der Ort dieses Events, das neu- und wiedereröffnete „20er Haus“ als „21er Haus“ nahe dem Arsenal und der derzeitigen Frei- bzw. Bauflächen des ehemaligen Wiener Südbahnhofes!

Im Wikipedia findet sich zum 21er Haus:“Beim 20er Haus (auf Wienerisch meist Zwanz’ger-Haus genannt), seit 2011 21er Haus, handelt es sich um den von Karl Schwanzer  entworfenen Österreich-Pavillon bei der Weltausstellung 1958 in Brüssel. Die an vier Pylonen hängende Stahlkonstruktion wurde nach der Weltausstellung zerlegt, von Belgien nach Österreich transportiert und an der Arsenalstraße 1 im Schweizer Garten wieder aufgestellt.

Am 15. November 2011 wurde das Gebäude nach Um- und Ausbau als Dependance der Österreichischen Galerie Belvedere wiedereröffnet und trägt nun in Hinblick auf die Kunstbetrachtung aus heutiger Sicht den Namen 21er Haus.Es zeigt nun österreichische Kunst des 20. und 21. Jahrhunderts im internationalen Kontext.

Der STANDARD hat in Zusammenarbeit mit dem Bundesministerium für europäische und internationale Angelegenheiten zu einer Debatte zu den komplexen und vor allem auch neuen Problemstellungen rund um die Privatheit im Internet, den Schutz personenbezogener Daten, die heute gewohnte Privatsphäre und die Datensicherheit in der Gesellschaft des 21. Jahrhunderts ins 21er Haus eingeladen.

Im Veranstaltungssaal des 21er Hauses, der überraschenderweise „alt“ – im Sinne von „retro“ – wirkt, begrüßt Alexandra Föderl-Schmid, geb. 1971, die Chefredakteurin des STANDARD, die zahlreich erschienenen Gäste und die Diskutantinnen und Diskutanten:

Ganz links auf dem Podium, Daniela Zimmer, geb. 1969, die Internet-Spezialistin, Konsumentenschützerin der AK Wien und auch Mitglied der Datenschutzkommission. Neben ihr den aus Berlin angereisten Daniel Domscheit-Berg, geb. 1978, ehemaliger Mitarbeiter der „Aufdeckungs“- Plattform Wikileaks und Gründer und Betreiber der neuadjustierten Plattform Openleaks. Rechts von Frau Föderl-Schmid sitzt und diskutiert ein quirliger junger Jus-Student, Maximilian „Max“ Schrems, als jüngster des Podiums.

Der mittlerweile weltberühmte Max Schrems, der vor gut zwei Monaten die fast komplette Datenbank der gesammelten Daten zu seiner Person in 1200 Seiten von Facebook erhalten hat, hat u.a. in Kooperation mit der taz eine Art Aufklärungsvideo produziert: “Max Schrems: Was Facebook über Dich weiß” . Unpassend – von ganz rechts außen – diskutiert Konrad Becker, der „linke“ Medienphilosoph und vielseitige Künstler, als ältester Eingeladener, geb. 1959.

Die Positionen auf dem Podium gehen in der Tendenz in dieselbe Richtung, sind jedoch subjektiv und, wie unser Eindruck war, doch auch altersmäßig different. Unisono ist die Sorge über die aktuellen Entwicklungen und Einflussnahmen auf unser gesellschaftliches Umfeld und auch über die praktisch nicht vorhandenen Ausbildungsmöglichkeiten für junge und jüngste Menschen, die dafür aber heute bereits „standardmäßig“ mit Smartphones mobil unterwegs sind und alle Möglichkeiten nutzen.  Dies erinnert mich an einen glänzenden Vortrag von Don Tapscott im Rahmen der Veranstaltung: „talk the future®“ – Wiki, Facebook und YouTube für mehr Unternehmenserfolg an der Donau-Universität in Krems, der schon damals die Web 2.0-Kommunikationen der jungen US-Bürgerinnen und –Bürger als boomend ausgeführt hat. Tapscott erzählte 2008 von 7000 Freunden seiner Tochter und dass die jungen Leute E-Mails nur mehr in der Kommunikation mit ihren Eltern nutzen, da diese dieses Werkzeug gerade noch beherrschen.

Begriffsklärungen wie schutzwürdige personenbezogene Daten, öffentliches Interesse u.ä. werden angesprochen und definiert.

Auch bleibt die Frage offen, wer für alle diese neuen Technologien und ihre Auswirkungen die gesetzlichen Rahmenbedingungen generisch schaffen soll und wird.

Einen guten Ansatz bringt Daniela Zimmer ins Gespräch: Strukturell ähnlich dem „Pickerl“ gemäß §57 KFG haben auch die Sammler und Halter großer Datenbestände die Sicherheit und Konsistenz durch laufende transparente Überprüfungen von ihrer Seite aus zu gewährleisten. Ein Versuch Konrad Beckers, die Diskussion auf eine höhere demokratiebezogene Ebene zu heben, scheitert leider.

Unsere Conclusio lautet daher: Einerseits sind wir selbst verantwortlich, welche unserer Daten wir im Internet preisgeben, andererseits müssen wir von den großen Playern im Internet erwarten können, dass alle personenbezogenen Daten ausreichend vor Missbrauch geschützt sind, was aber derzeit nicht der Fall ist. Eine Interessensabwägung zwischen Vorteilen des Internetgebrauchs und Preisgabe von persönlichen Daten ist immer notwendig.

mailto:heidi.klaering@chello.at

mailto:werner.klaering@chello.at

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