IDC Forum 2012: BIG DATA & BUSINESS ANALYTICS

BildIch habe im Verlauf der letzten Wochen und Monate 3 Veranstaltungen besucht, die sich mit „BIG DATA“ beschäftigt haben. So bin ich zu meiner Interpretation diese Begriffs, den die akademische Welt gelegentlich als zu simpel abwertet, gekommen. Sie deckt sich genau mit der aktuellen Definition ausBild dem englischen Wikipedia: „In information technologybig data is a collection of data sets so large and complex that it becomes difficult to process using on-hand database management tools. The challenges include capture, curation, storage, search, sharing, analysis, and visualization.“

BildInternational Data Corporation (IDC) is a market research, analysis and advisory firm specializing in information technologytelecommunications and consumer technology. IDC is a wholly owned subsidiary of IDG. IDC hat sich heute in einer sehr angenehmen Veranstaltung in einem Ballsaal des Grand Hotels an der Ring Strasse bemüht, im Rahmen von 6 VorträgenBild seiner eigenen Analysten und jenen von nahe stehenden Partnerfirmen den Begriff der Big Data und darauf bauend, der Business Analytics umfassend zu berichten. Es ist eine neue Welt, in der unfassbar große Datenmengen mit höchster Geschwindigkeit entstehen und gehandelt werden müssen. Im Idealfall schließen sich an die Sammlung auch die gewünschten Auswertungen an, die den Bild„Value“ für die Anwender erzeugen.

Die bekanntesten Namen in diesem Geschäft sind wohl Google und Amazon, aber schon eine vollständige Automatisation eines Familienhauses kann Big Data erzeugen. Somit sollte jeder verantwortungsvoll geführte IKT-Bereich schon morgen überprüfen, welche Features aus dem BigBild Data und Business Analytics-Bereichen er rasch und sorgfältig einsetzen sollte.

Bericht und Fotos copyleft von Werner J. Kläring                         28.11.2012

Comments zum Vortrag: „Der Online-Citoyen: Mediatisierung, Demokratie und Social Media“ von Caja Thimm

BildIm letzten Vortrag der „Hedy Lamarr Lectures 2012“ im Festsaal der Österreichischen Akademie der Wissenschaften befasste sich Frau Prof. Dr. Caja Thimm, Professorin für Medienwissenschaft und Intermedialiät an der Universität Bonn mit dem höchst komplexen Themenkreis rund um „Der Online-Citoyen: Mediatisierung, Demokratie und Social Media„.Bild

Sree Sreenivasan hat in einem der vergangenen Vorträge aus den Hedy Lamarr Lectures der ÖAW die Latte sehr hoch gelegt. Es gelang ihm aber, die Komplexität dieses Themas einzufangen und weitgehend verständlich auf den Boden zu bringen.

Heute zeigte sich jedoch, dass diese Komplexität für die meisten der Forschenden einfach zu hoch ist. BildWie auch die anderen Vorträge der Serie war besonders der heutige Vortrag wenig informativ und gar nicht erhellend! Caja Thimm führt in ihren Beispielen nur einen Teil der komplexen Gesamtheit der Probleme an: So erwähnte sie im Rahmen ihres Beispiels „st21“ (= Stuttgart 21) mit keinem Wort, dass alle Geschehnisse rund um den Bahnhofsbau nach den erforderlichen aufrechten Baubewilligungen und Gutachten geschehen sind.

BildHier merke ich an, dass sowohl Österreich, wie auch Deutschland, noch immer Rechtsstaaten sind. Wir brauchen aber gar nicht soweit ins Ausland blicken. Bei uns in Österreich entwickeln sich ähnliche Problemfälle. Z.B. die Probleme, die Heini Staudinger, der Eigentümer der Firma GEA Schuherzeugung in Schrems im Waldviertel zur Zeit mit der FMA (Finanzmarktaufsicht) hat, weil er Kleinkredite von Freunden und Verwandten annimmt, für sein Geschäft verwendet und mit 4% p.a. verzinst.

BildIhre Erwartungen an Mediatisierung, Demokratie und Social Media sind auf Grund meiner verfügbaren Zahlen weit überzogen und spekulativ. Caja Thimm beleuchtete die Social Media besonders in Richtung „Twitter“. Sie zeigte sich überrascht, dass eine größere Anzahl der Besucher im Saal in Österreich den Twitter-Service nutzt. Ihre großen Erwartungen werden jedoch durch die aktuellen Zahlen aus Österreich ganz rasch wieder auf den Boden geholt und ins Spekulative transferiert.

Die aktuellen Zahlen aus Österreich sind selbsterklärend:

  • ~95000 ÖsterreicherInnen nutzen insgesamt Twitter
  • ~54000 aktive accounts existieren
  • ~34000 schreibende accounts
  • ~16000 nur lesende accounts

BildD.h., von den ~ Mio 6 Wahlberechtigten in Österreich benutzen ~ 0,5% Personen einen schreibenden Twitter-Account. Rest siehe oben. Da sind wir noch weit, weit, weit… vom „Online-Citoyen“ entfernt 🙂

Bericht und Fotos copyleft von Werner J. Kläring

350 Jahre Blaise Pascal – 12 Jahre PVM 2001

BildMittwoch, der 21. November 2012, 19 Uhr: In den überfüllten ehemaligen Hofstallungen des Museumsquartiers beginnt Rudof Taschner seinen Bericht zu Blaise Pascal, der der erste Mensch war, der eine Rechenmaschine konstruierte und auch baute. BildPascal war ein vielseitiges Genie, das von seinem Vater unterrichtet wurde. Nur die Mathematik hat er sich selbst beigebracht. Einige Zitate von Pascal sind erhalten und überprüft:

  • Allein ist der Mensch ein unvollkommenes Ding; er muss einen zweiten finden, um glücklich zu sein.“ – Wissen des Herzens: Gedanken und Erfahrungen des großen abendländischen Philosophen, P. Eisele, Bern/München/Wien, o.J., ISBN 3502330077Bild
  • „Alles Unheil kommt von einer einzigen Ursache, dass die Menschen nicht in Ruhe in ihrer Kammer sitzen können.“ [WQ] – Pensées II, 139
  • (Original franz.: „Tout le malheur des hommes vient d’une seule chose, qui est de ne pas savoir demeurer en repos, dans une chambre.“)
  • Anfang und Ende der Dinge werden dem Menschen immer ein Geheimnis bleiben. Er ist ebenso unfähig, das Nichts zu sehen, aus dem er stammt, wie die Unendlichkeit zu erkennen, die ihn verschlingen wird. “ – Pensées II, 72

BildAm 22. November 2012 trafen einander die Mitglieder der „Projektgruppe Verwaltungsmodernisierung“, die im Jahre 2001 Mitglieder der PVM waren, wieder im Rat-Stüberl des Wirtshauses ZATTL in der Schottengasse/Freyung im ersten Bezirk in Wien. Auch ein Überraschungsgast fand sich ein, der ehemalige Vizebürgermeister und aStRat für Planung, Herr DDr. Bernhard Görg. Leider ist der damalige Leiter der PVM, Herr OSR Dr. Michael Seiz, inzwischen gestorben, aber BildFrau OSRin Dr.in Elisabeth Aulehla, jetzt als Leiterin der Stabsstelle Recht in der Generaldirektion des Wiener Krankenanstalten-Verbunds tätig, Herr Regierungsrat OAR Alois Fikar, sowie Herr Dr. Robert Friedbacher, Herr Harald Starzinger, Frau Jasmin Rentenberger, Dr.in Johanna Heidi Kläring, als Foto-Dokumentarin und ich Bildunterhielten uns glänzend und erinnerten uns an sehr schöne und erfolgreiche „alte“ Zeiten.

Alte Zeiten im Magistrat Wien, in welchen weit vorausgedacht und gehandelt wurde!

 

Bericht von Werner J. Kläring, Fotos von Johanna Heidi Kläring

Vienna’s Shooting Girls. Jüdische Fotografinnen aus Wien

BildUm bereits heute einen Eindruck der aktuellen Ausstellung „Vienna’s Shooting Girls. Jüdische Fotografinnen aus Wien“, für die wir gemeinsam mit unserer genialen Kunstvermittlerin Hannah Landsmann für Jänner 2013 eine Führung planen, zu gewinnen, bin ich heute vormittags in die Stadt gefahren und habe die Ausstellung im JMW alleine besucht.

Auch heute wieder: Der erste Eindruck nach dem Betreten des renovierten Hauses in der Dorotheergasse 11 ist phantastisch. Hell, weiß, sauber, strahlend, die Menschen sind freundlich! Um € 8.– gibt es eine Senioreneintrittskarte, die innerhalb der nächsten beiden Tage auch für das Haus am Judenplatz gilt. Auch dort gibt es derzeit eine interessante Ausstellung: „Heute in Wien 2012. Fotografien zur jüdischen Gegenwart von Josef Polleross“.Bild

Zurück in die Dorotheergasse: Die Ausstellung „Vienna’s Shooting Girls“ belegt den ersten und den zweiten Stock des Museums. Der Zeitraum im ersten Stock bildet die Zeit etwa vom Beginn des 20. Jahrhunderts bis Ende der 30iger Jahre ab. Krieg, Exil und Nachkriegszeit werden im zweiten Stock gezeigt. Interessant ist die Ausstellungsgestaltung von Conny Marco Cossa und den Kuratorinnen Iris Meder und Andrea Winklbauer. Überlebensgroße Abbildungen von Fotografien lösen in fast jedem Raum die an den Wänden befindlichen kleineren bis kleinen Fotoarbeiten auf. Ganz wenige Ausstellungsstücke, wie alte Kameras, findet man auch. Zu Beginn erzählt im ersten Raum jeweils eine Wandtafel – meist mit Abbildung der Fotografin – die Biografie der ausgestellten Künstlerinnen. Infolge finden sich zu großen Themengruppen zusammengefasst – Personen, Land und Leben, Mode und Fashion etc.- jeweils Arbeiten  der Fotografinnen zum Thema. Implizit ist auch wieder der Holocaust vertreten, eine größere Anzahl der Künstlerinnen und Fotografinnen aus Wien überlebten den Krieg nicht!Bild

Nach diesen ersten Eindrücken bin ich schon neugierig und auch sehr zuversichtlich, wie Hannah Landsmann in unserer Führung im Jänner 2013 uns diese Ausstellung in gewohnt eindrucksvoller Weise vermitteln wird.

Bericht von Werner J. Kläring aus dem Jüdischen Museum Wien.

Dipl.-Ing. Dr.techn. Werner J. Kläring
Allgem.beeid.u.gerichtl.zertif.Sachverständiger
f. Mathematik u. Statistik inkl. Informatik
Editor softatelegraph Wissenschaft & Kultur
mobil:+436766586055
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Erinnerung an die Novemberpogrome 1938 SPRACHE ALS GEDÄCHTNIS Ein Gespräch mit RUTH KLÜGER und HERTA MÜLLER

Im Wiener Volkstheater fand gestern abends – bereits zum wiederholten Mal – eine Erinnerung an die Novemberpogrome 1938 statt. Der Titel war diesmal „SPRACHE ALS GEDÄCHTNIS“. Es war eine gemeinsame Veranstaltung mit dem österreichischen Parlament und der Stadt Wien unter dem Ehrenschutz der Präsidentin des Nationalrats, Frau Mag.a Barbara Prammer.Bild Das Thema aufgearbeitet hat ein Gespräch mit den beiden Zeitzeugen und Ehrengästen, Frau Ruth Klüger und Frau Herta Müller. Die Moderation besorgte eher unbedarft Frau Dr.in Cordula Fink-Schürmann, die musikalische Begleitung mit mitreissenden Klängen, Andrej Prozorov mit dem Sopransaxophon und Milos Todorovski mit dem Akkordeon mit eigenen Kompositionen.

Ruth Klüger (* 30. Oktober 1931 in Wien als Susanne Klüger; früher auch Ruth K. Angress) ist eine US-amerikanische Literaturwissenschaftlerin und Schriftstellerin. 

BildRuth Klüger wurde als Tochter eines jüdischen Frauenarztes in Wien geboren. Bereits in ihrer frühen Kindheit erlebte sie den Antisemitismus und die systematische Ausgrenzung der Juden aus dem öffentlichen Leben in ihrer Heimatstadt. Dass die nationalsozialistische Verfolgung auch vor ihrer eigenen Familie nicht Halt machte, erfuhr sie zunächst am Schicksal ihres Vaters, der nach Frankreich floh. Er fiel ebenso wie ihr Halbbruder trotzdem der NS-Judenvernichtung zum Opfer.

1942 wurde Ruth Klüger im Alter von elf Jahren gemeinsam mit ihrer Mutter in die Konzentrationslager deportiert, zuerst nach Theresienstadt. Anschließend war sie in Auschwitz und Christianstadt, einem Außenlager des KZ Groß-Rosen, gefangen. 1945 gelang ihr die Flucht noch kurz vor dem Kriegsende. Nach dem Krieg lebte sie mit ihrer Mutter im bayerischen Straubing, wo sie ein Notabitur ablegte. Diese Jugend beschreibt sie in ihrem 1992 erschienenen und viel beachteten Buch „weiter leben“.

Bild1946 nahm Ruth Klüger ein Studium an der Philosophisch-theologischen Hochschule in Regensburg auf. Ein Studienkollege war Martin Walser, der in ihrer Autobiographie in der Figur des Christoph porträtiert ist. Die Freundschaft, die sich aus dem Studium entwickelte, beendete Klüger 2002 durch einen Offenen Brief an Walser nach dem Erscheinen seines Buches Tod eines Kritikers.
Ruth Klüger emigrierte 1947 in die USA und studierte in New York Bibliothekswissenschaften und Germanistik an der University of California, Berkeley. Das Studium schloss sie 1952 mit dem Master of Arts ab. In den fünfziger Jahren war Ruth Klüger mit dem Historiker Werner Angress verheiratet und publizierte noch bis in die 1980er Jahre hinein unter dem Namen Ruth K. Angress. 1967 promovierte sie beim Barockforscher Blake Spahr.

Von 1980 bis 1986 war sie Professorin an der Princeton University und danach Professorin für Germanistik an der University of California in Irvine sowie seit 1988 Gastprofessorin an der Georg-August-Universität Göttingen. Dementsprechend lebt die Autorin beidseits des Atlantiks, abwechselnd in Irvine und in Göttingen.
2008 veröffentlichte Ruth Klüger unter dem Titel unterwegs verloren ihre späteren Erinnerungen.
Als Literaturwissenschaftlerin hat sich Klüger intensiv mit Heinrich von Kleist befasst und war langjährige Herausgeberin der Zeitschrift German Quarterly. 2005 war Ruth Klüger Dozentin im Rahmen der Tübinger Poetik-Dozentur.*)http://de.wikipedia.org/wiki/Ruth_Kl%C3%BCger

Das nämlich wird oft übersehen: Ruth Klüger verfügt über ein gerüttelt Maß Ironie und als charmante Bosheit getarnten Humors – ihr jüdisch-wienerisches Erbe. Aus der Dialektik von Opfersein und Freisein hat sie ihre Synthese gefunden. Sie stammt von Schiller, einem ihrer Helden der unvollendeten Aufklärung, der das Loblied der Beschäftigung sang: „die zu dem Bau der Ewigkeiten / zwar Sandkorn nur für Sandkorn reicht, / doch von der großen Schuld der Zeiten / Minuten, Tage, Jahre streicht.“ Die literarische Welt im allgemeinen kann sich glücklich schätzen, dass Ruth Klüger schreibt.*)http://www.welt.de/print/die_welt/vermischtes/article13687047/Poesie-als-Ueberlebensmittel.html

Herta Müller (* 17. August 1953 in Nitzkydorf, Rumänien) ist eine rumäniendeutsche, aus dem Banat stammende Schriftstellerin. Im Jahr 2009 erhielt sie den Nobelpreis für Literatur für ihr sprachgewaltiges Gesamtwerk über die rumänische Diktatur.

BildHerta Müller, deren Familie zur deutschen Minderheit in Rumänien gehörte, wurde als Banater Schwäbin im Banat geboren. Ihr Großvater war ein wohlhabender Bauer und Kaufmann. Er wurde unter dem kommunistischen Regime in Rumänien enteignet. Ihre Mutter wurde nach dem Zweiten Weltkrieg zu jahrelanger Zwangsarbeit in die UdSSR deportiert. Ihr Vater, ehemals Soldat der Waffen-SS, verdiente seinen Lebensunterhalt als Lkw-Fahrer. Als Schülerin in Temeswar lernte sie erst mit 15 Jahren Rumänisch.
Nach dem Abitur studierte sie von 1973 bis 1976 an der dortigen Universität Germanistik und Rumänistik. Ab 1976 arbeitete Herta Müller als Übersetzerin in einer Maschinenfabrik, wurde allerdings 1979 nach ihrer Weigerung, mit dem rumänischen Geheimdienst Securitate zusammenzuarbeiten, entlassen. Zeitweise war sie Lehrerin, unter anderem am deutschsprachigen Nikolaus Lenau Lyzeum in Timişoara (Temeswar), arbeitete in Kindergärten und erteilte Privatschülern Deutschunterricht.
BildIn Temeswar stand Herta Müller zunächst den Autoren der Aktionsgruppe Banat nahe: Richard Wagner, Ernest Wichner, Gerhard Ortinau, Rolf Bossert, William Totok, Johann Lippet u. a. Nach der Zerschlagung der Gruppe durch die Securitate im Jahre 1976 organisierten sich die Autoren wieder im offiziellen Literaturkreis der Temeswarer Schriftstellervereinigung „Adam Müller-Guttenbrunn“ um den Dichter und Chefredakteur der örtlichen deutschsprachigen Zeitung Nikolaus Berwanger. In diesem Schriftstellerkreis, zu dem nun auch Helmuth Frauendorfer, Roland Kirsch, Horst Samson und Werner Söllner gehörten, war Herta Müller die einzige Frau. Ihr erstes Buch Niederungen, dessen Manuskript vor der Veröffentlichung über vier Jahre vom Verlag zurückgehalten wurde, konnte 1982 in Rumänien, wie alle Publikationen, nur in stark zensierter Fassung erscheinen. Teile der Banater Schwaben empfanden es als „Nestbeschmutzung“. Bereits die Veröffentlichung der in dem Band enthaltenen Satire Das Schwäbische Bad im Mai 1981 in der Neuen Banater Zeitung löste bei den Lesern zum Teil barsche Kritik aus.
Herta Müller begann mit dem Schreiben, als Gespräche über die Lage im totalitären System des rumänischen Staatschefs Nicolae Ceaușescu zu gefährlich wurden. In ihrer Stockholmer Nobelpreis-Vorlesung sagte sie, sie wolle mit ihren Texten ausdrücken, wie Diktaturen Menschen ihrer Würde beraubten. Sie habe „auf die Angst vor dem Tod mit einem Durst nach Leben“ reagiert und sei vom Regime Ceaușescus verfolgt worden, weil sie sich geweigert habe, Informantin zu werden.
Nachdem sie dreimal auf Besuch in der Bundesrepublik Deutschland gewesen war (erstmals 1984), reiste Herta Müller 1987 mit ihrem damaligen Ehemann, dem Schriftsteller Richard Wagner, in die Bundesrepublik Deutschland aus. Im Auffanglager empfand sie die Lage als sehr bedrückend. 2008 äußerte sie dazu, sie empfinde es als Skandal, dass sich das Lager ausgerechnet gegenüber einem ehemaligen Parteigebäude der NSDAP befinde, und ergänzte: „Ich habe die Welt nicht mehr verstanden. […] Die ganze Atmosphäre in dem Auffanglager war unerhört. […] Man ist mit den Menschen höchst problematisch umgegangen. Und ich habe häufig gedacht: Wie mag es Menschen ergehen, die in dieses Land kommen, die nicht einmal die Sprache verstehen?“
In den folgenden Jahren erhielt sie eine Reihe von Lehraufträgen als Writer in residence an Universitäten im In- und Ausland. 1998 wurde sie auf die „Brüder-Grimm-Gastprofessur“ der Universität Kassel berufen, 2001 hatte sie die Tübinger Poetik-Dozentur inne, 2005 war sie „Heiner-Müller-Gastprofessorin“ an der Freien Universität in Berlin, wo sie heute lebt.
Herta Müller gehörte bis zu ihrem Austritt 1997 dem P.E.N.-Zentrum Deutschland an; seit 1995 ist sie Mitglied der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung.
2008 behauptete Müller in einem Gespräch, sie sei auch noch in Deutschland seitens der Securitate mit dem Tod bedroht und von ihren Gegnern unter den Banater Schwaben mit anonymen Briefen belästigt worden: „Damit habe ich nicht gerechnet. Und ich habe mich gefragt, wo bist du hier eigentlich? Ich dachte, am besten wäre es, den Koffer wieder zu nehmen und wegzutragen – aber wohin?“

Im Rahmen eines sehr angeregten und freundschaftlichen Gesprächs gelang es beiden Damen, dem Titel „Sprache als Gedächtnis“ gerecht zu werden und die Sprache als machtvolles Instrument ebendieses  Gedächtnisses darzustellen und die Erinnerung an die Gräuel  der Nazis und auch der sozialistischen Diktaturen wachzuhalten.Bild

Ein sehr wichtiger und auch gelungener Abend im Volkstheater!

Bericht von Werner Kläring

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OCG Horizonte: „innovation @ IBM Austria“

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Die OCG, die Österreichische Computer Gesellschaft, präsentiert mit dem bewährten Moderator, Herr  Dr. Johann Stockinger, ImageImageam Dienstag, den 6. November 2012, die OCG Horizonte November 2012 im Hotel am Stefansplatz. Als Referent ist Herr Dipl.-Ing. Helmut Ludwar, der CTO von IBM Austria, eingeladen. Helmut Ludwar erläutert in äußerst verständlicher und einsichtiger Form die Strategien, nach denen bei IBM Austria und weltweit Innovationen erzeugt und ausgewertet werden. Ludwar studierte an der TU Wien Industrielle Elektronik und Regelungstechnik. Er ist seit 2009 der CTO, der Chief Technology Officer, der IBM Austria. Dr. Stockinger dankt  der IBMImage Austria ganz besonders, da sie die OCG seit vielen Jahren unterstützt. Ludwar ersucht, Fragen sofort zu stellen. 100 Jahre IBM, wie funktioniert so etwas, wegen Innovation. IBM glaubt, noch weitere 100 Jahre ebenso erfolgreich da zu stehen. Ludwar fordert „TUN“ als zentrales Element der Innovation. WARUM? Dazu Schlagworte: die technische Ansicht. Wie technisiert ist die Welt? Vernetzte Gegenstände, Cloud Computing! Auf der anderen Seite gibt es auch „gesellschaftliche“ Aspekte. Stau, Energie, Gesundheit. USA gibt am meisten für Gesundheit aus. Auch die Krise beschäftigt IBM. Was kann man machen, damit es besser wird. Jeder IBMerIn hat die Möglichkeit, innovativ zu sein und es wird auch von jedem erwartet! Gescheite Köpfe haben Rahmen fürs „innovativ sein“ geschaffen. Open technologies, high tech, Lösungen, InImagenovation,…als strategische Ziele. UND der Wert jedes IBMers: weltweiter JAM hat ergeben: Kunde, Innovation und persönliche Haftung für alle. Initiativen sind SMARTER-Pläne. Wie sieht die Welt aus, wenn man alles macht, das technisch und wirtschaftlich möglich ist. Instrumented, Interconnected, Intelligent! In diese Richtung muss die Innovation gehen. Was ist Innovation? Ist mehr, als umgangssprachlich verwendet. Es ist ein Prozess, von der Ideenfindung, der weiß, was der Markt braucht und ganz entscheidend, der ERFOLG! Teams = Diversities sind notwendig. Es macht Spaß, in so einem Team mitzuarbeiten. Es ist der Motor für Firmen, um am Markt zu bestehen! Es gibt Produkt- und Serviceinnovationen. Vor 5 Jahren war noch niemandem bewusst, dass für Smartphones, iPads etc. die neuen APPS benötigt werden, um komfortabel telefonieren oder arbeiten zu können. Business Model Innovation, neue Geschäftsmöglichkeiten. Gesellschaftliche Innovationen, z.B. Outsourcing, die Ideen von Vielen zu verwenden.Gesellschaftliche Innovation, auch, um Leuten zu helfen, um wieder auf die Beine zu können.Image IBM überlegt sich jährlich, was sind die 5 Innovationen, die für die nächsten 5 Jahre die größte Bedeutung haben werden. Nicht wichtig ist, ob diese richtig sind. Wesentlich ist, dass jemand sich diese überlegt, veröffentlicht und man kann darüber reden! Für 2012 sind es laut IBM: Mind Reading – Steuerung mit Gedanken, Energie ist auch wieder ein Thema – Energie aus Bewegung, IBM: wie manage ich das Netzwerk? Security, logins, passwords, nicht menschlich, es sollte so sein: Man geht zum Bankomaten und er identifiziert mich! Biometrische Funktionen, Alters- und Krankheitsprobleme sind zu lösen… Genau, darüber muss geredet werden! Mobil, Thema ist, allgemeine Mobilität, mit vielen Daten, Videos, wie kann ich Kapazität von anderen Mobilphones benutzen, wenn ich es jetzt benötige? Information muss mich finden, wenn etwas relevant ist, möchte ich es bekommen! Analytics, was mache ich mit der Datenflut? Ziel ist, nur das zu bekommen, was ich will! Z.B. einen intelligenten Kalender…Aber IBM schaut auch in die fernere Zukunft: IBM hat 12 LABS rund um die Welt. Dort wird auch Grundlagenforschung betrieben, ca. 3000 Forscher arbeiten in diesen Labs, das Budget ist etwa Mia 6 € jedes Jahr. Das nächstgelegene zu uns ist in Zürich. Die Labs entwickeln die weltweite Führerschaft in Patenten. Sie arbeiten in der Grundlagenforschung bis zur Produktentwicklung. Aktuell wird auch gemeinsam mit Kunden und der Umwelt gearbeitet. Was sind die Themen, die in 5 bis 10 Jahren relevant sein werden? Es entsteht ein Global Technology Outlook, der für die Richtungsdefinition der Forschung benutzt wird! Der GTO für 2012 – wie eine Glaskugel – hat die Themen: Managing uncertain data, auf welche Daten kann ich mich verlassen? Navigationssystem im Auto! Futures analytics, um die riesigen Datenmengen in Echtzeit zu analysieren bzw. überhaupt etwas sinnvolles damit anzufangen. Kameras in der U-Bahn, z.B. in London, um festzustellen, wie ist der Verkehrsfluss, identity verification. Auch im sozialen Netzwerk interessant. System of people, der Mensch wird in der Prozessoptimierung mitberücksichtigt. Watson, soll im Gesundheitsbereich verwendet werden. Outcome based business, wenn man bessere Qualität an Service anbietet, kann man dann mehr verkaufen? Und als letzter Punkt. Secure business and services, was kann alles passieren, um gewappnet zu sein? Die GTOs über die Jahre entwickeln sich weiter! ImageWas macht der Mitarbeiter, wenn man eine gute Idee hat? Ein Werkzeug, um Innovation zu ermög-lichen. Heute wird es in einem sozialen Netzwerk gemacht, als anarchisches Modell, das ein bisschen gemanagt wird und viel mehr Ideen erzeugt! Oder der Jam, als Diskussionsplattform intern und auch mit Kunden.Funktioniert sehr gut. Es muss zur eigenen Kultur passen.Open innovation, sehr schwierig, dies zeitlich zu synchronisieren.Jeder ist selbst dafür verantwortlich, was er postet, was auch publiziert werden kann. In Österreich wird auch miteinander geredet, nicht nur geschrieben! Noch ein paar Beispiele. Zero emmission data center, wird mit warmen Wasser gekühlt. Smarter health care, wie kann ein Patient zu Hause ein Gesundheitstagebuch kontinuierlich führen. IBM trägt die sichere Übertragung und die Informationen für den Arzt. Das letzte Beispiel, das Thema Edison, ein EU-gefördertes Projekt, was kann man mit Elektroautos auf der Insel Bornholm machen. Die Batterie ist auch Pufferspeicher, der auch zu Hause genutzt wird.

Zum Abschluss, ein gasoline powered cell phone 🙂

Soweit die hochinteressanten Ausführungen von Herrn Ludwar. Die anschließende Diskussion rundet diesen spannenden Abend der OCG Horizonte ab.

Die nächste Veranstaltung der OCG Horizonte findet am 5. Dezember 2012, 18 Uhr, wieder im Hotel am Stefansplatz statt.

Bericht und Fotos von Werner J. KläringImage

 

 

 

 

 

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Vernissage „Ins Gesicht geschrieben“ Portrait-Collagen von Christoph Überhuber

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Sehr gut besucht und in bester Stimmung fand gestern, 7. November 2012, ab 19 Uhr in der Galerie am Park (Liniengasse 2a, 1060 Wien) die Vernissage zur aktuellsten Ausstellung von Werken CHRISTOPH ÜBERHUBERs statt. Image

Die Ausstellung trägt den Titel: „Ins Gesicht geschrieben“ und findet sich in der Gallerie am Park ideal platziert. Überhuber formuliert dazu: „Im Mittelpunkt dieser Ausstellung steht das menschliche Gesicht, der „Spiegel der Seele“, wie es die Literaten nennen oder die „Seele des Körpers“, wie es die Philosophen umschreiben.Image

Die teils provozierenden Portrait-Collagen fordern dazu heraus, sich intensiv mit Verletzbarkeiten und aktuellen Bedrohungen auseinander zu setzen und eine hinter den Fassaden verborgene Welt aufzudecken.“ImageImage

Wien, 8. November 2012                               Bericht von Werner J. Kläring

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